Liebe Zweirad-Enthusiasten, Rollerfahrer und Experten.
Ich bin neu in diesem Forum und habe natürlich pflichtgemäß vorhandene Beiträge nach meinem Problem durchforstet. Leider bin ich auf nichts gestoßen, was mir bei meinem Problem weiterhelfen würde. Deshalb habe ich meinen ersten Beitrag so ausführlich und informativ wie möglich gestaltet, damit, falls mir jemand helfen will, alle Informationen da sind. Vielleicht hat ja jemand Zeit und Lust bzw. auch die Kenntnisse, um mir zu antworten …..
- Der Roller:
Fabrikat: Sym
Modellbezeichnung: Fiddle 3
Typ: XA05W
Baujahr: 2015
Motor-Baumusterbezeichnung: XS1P37QMA-2
Fahrzeug-Identifikationsnummer: LXMXAA101E (erste 10 Stellen)
Emissionsklasse: 3 (lt. Papieren und E3 Sticker am Beinschild)
Hubraum: 50ccm
Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h (Moped)
- Aktueller Zustand:
- Gesamtkilometerstand aktuell in 2025: ca 2500 km
- Besitzer: 1 (ich)
- Zustand: Komplett unverbastelt und im Originalzustand
- Inspektionen beim Händler: bei 300km, 1000km und 1550 km.
(siehe auch 5. Historie) - Anmerkung zur Emissionsklasse Euro3 beim Sym Fiddle 3 50ccm 2015:
Euro3 scheint so eine kurzlebige Zwischenvariante zwischen Euro2 und Euro4 gewesen zu sein. Es scheint hier verschiedene Ausführungen mit oder ohne Geschwindigkeitssensor am Tacho bzw. der Fliehkraftkupplung bzw. Varianten mit und ohne SLS-Flatterventil am Auspuff zu geben.
Meistens findet man im Netz nur Informationen zur Euro2 und dann auch noch zur Euro4-Variante, aber nur wenig zu dieser Euro3-Variante. (Die Euro3-Variante scheint so eine Art Notlösung oder Zwischenvariante gewesen zu sein, um kurzfristig den gesetzlichen Vorgaben entsprechen zu können.
- Das Problem:
- Der Motor springt kalt und warm gut an. Die Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h wird genau erreicht. Der Anzug aus dem Stand ist einigermaßen gut, und der Geschwindigkeitsabfall an Steigungen ist im zu erwartenden Rahmen. Der Kraftstoffverbrauch beträgt ca 2,6 l/100 km. Soweit so gut. Leider gibt es bei der Gasannahme und auch bei konstanter Gasstellung Probleme. Man hat den Eindruck, dass das Motormanagement, oder irgendein Fehler dazu führt, dass die jeweilige Gasstellung lediglich als unverbindliche Empfehlung betrachtet wird, das geforderte Drehmoment bzw die entsprechende Leistung zur Verfügung zu stellen:
- Fährt man Höchstgeschwindigkeit bei konstanter 4/5-Vollgasstellung (80% Vollgas - erstaunlich genug, dass das geht), dann gibt es immer wieder ein Ruckeln, wo der Vortrieb für 1 bis 2 Sekunden eingebremst wird, nur um danach wieder ganz normal weiterzufahren bis zum nächsten intervallartigen Ruck. Der Motorlauf hört sich in den Phasen, wo es nicht ruckelt, gut an. Man hat den Eindruck, dass er eigentlich gerne so weiter schnurren würde, bis irgendwas in der Steuerung oder ein Fehler dazu führt, dass dieses Ruckeln auftritt. Das fühlt sich so an, als würde der Roller vorübergehend keinen Sprit bekommen, oder als ob einer den Roller von hinten kurz festhalten würde: also kurzzeitiger und intervallartiger Schubverlust bzw. Rucken. Ein “Britzel-Geräusch”, wie unter 3.2 beschrieben, tritt hier nicht auf. Nach dem Kaltstart und Losfahren fühlt sich der Motor in der Kaltlaufphase williger an, als wenn er warm ist. (Natürlich gebe ich dann kein Vollgas.)
- Fährt man Höchstgeschwindigkeit mit Gasstellung am Anschlag, dann tritt dieses Ruckeln nicht auf und der Roller scheint volle Leistung zu haben und klettert auch relativ flott Steigungen hoch. Dabei gibt es jedoch so ein dauerhaft “brizzelndes” Geräusch, was unter 3.1 nicht passiert.
- Nimmt man z.B in einer Kurve das Gas etwas weg, um dann am Kurvenausgang wieder heraus zu beschleunigen, dann passiert, wenn man am Hahn dreht, erstmal gar nichts. Man hört das Ansauggeräusch wegen des geöffneten Gasschiebers/Drosselklappe, aber es gibt keinen Schub. Der kommt dann zwar zeitversetzt, aber dieses Verhalten führt halt zu sonderbar “eckig” gefahrenen Kurven. Es ist halt blöd, wenn man Schub braucht, um die Linie zu halten und es passiert nichts. Man kann sich daran gewöhnen, aber “sauber am Gas hängen” kann man das wohl nicht nennen.
- Die Frage(n)
- Woher kommt dieses intervallartige Ruckeln?
Ist das schädlich für den Motor bzw. geht das auf die Haltbarkeit?
Ist das systembedingt (elektronisches Vergasersystem) normal oder ist das nur falsch eingestellt? Was kann man tun? - Was ist das “britzelnde” Geräusch? Ist das Motorklopfen?
- Was könnte die Ursache für diese “Gedenkminute” bei der Gasanahme sein?
Beschleunigerpumpe? Träges System?” Was kann man tun, um das zu verbessern? (Es soll Leute gegeben haben, die die Magnetventile am Vergaser versuchsweise stillgelegt (verstopft) haben, oder so..
- Woher kommt dieses intervallartige Ruckeln?
- Motorsteuerung
So wie ich das momentan sehe (Das kann ja auch falsch sein. Ich lasse mich von einem Fachmann gerne eines Besseren belehren. Deshalb poste ich das ja hier.), hat diese Ausführung:- ECU
- Impulsgeber an der Zündung (Drehzahl und Stellung vor OT)
- KEINEN Geschwindigkeitssensor (weder an der Fliehkraftkupplung noch am Tacho, der hier rein mechanisch mittels Tachowelle funktioniert)
- SLS (Flatterventil als “Frischluftpumpe” zur “Verdünnung” der Abgase am Auspuff vor dem Kat) - rein mechanisch ohne Elektronik und Kabel
- Lambdasonde (O2-sensor direkt am Auslasskrümmer)
- Temperatursensor am Zylinderkopf
- Elektrische Kaltstartvorrichtung, Kaltstartventil am Vergaser
- Drosselklappen/Gasschieber-Potentiometer (Throttle Position Sensor) am Vergaser
- Beschleunigerpumpe am Vergaser
- 2 x Magnetventile die mittels PWM (Pulsweitenmodulation) von der ECU parallel (beide an ECU-Pin 8 glaube ich), also gleichzeitig vom gleichen ECU-Ausgang angesteuert werden (Hatte da einen Schaltplan von SYM im Netz gefunden, aber ob ich dem so trauen kann…):
- Magnetventil 1 für den Leerlauf und unteren Teillastbereich
(Soweit ich es verstanden habe, gibt dieses Ventil wohl Zusatzluft auf die Leerlaufdüse, verringert damit den
Unterdruck und führt damit je nach Stellung dieses Ventils zur Abmagerung des Gemischs an der LEERLAUFDÜSE.) - Magnetventil 2 für Für den Teillast- und Volllastbereich
(Soweit ich es verstanden habe, gibt dieses Ventil wohl Zusatzluft auf die HAUPTDÜSE, verringert damit den Unterdruck und führt damit je nach Stellung dieses Ventils zur Abmagerung des Gemischs an der HAUPTDÜSE
- Magnetventil 1 für den Leerlauf und unteren Teillastbereich