Sym Fiddle 3 50ccm Baujahr 2015 - schlechte Gasanahme und Ruckeln

Für Tuning bitte ein anderes Forum suchen.
Bei technischen Fragen bitte angeben um welchen Roller es geht
2 Takter?
4Takter?
Baujahr
E2, E4,E irgendwas?
Werden im Bereich Vorstellung technische Fragen gestellt
wird der Beitrag kommentarlos gelöscht.
  • Liebe Zweirad-Enthusiasten, Rollerfahrer und Experten.

    Ich bin neu in diesem Forum und habe natürlich pflichtgemäß vorhandene Beiträge nach meinem Problem durchforstet. Leider bin ich auf nichts gestoßen, was mir bei meinem Problem weiterhelfen würde. Deshalb habe ich meinen ersten Beitrag so ausführlich und informativ wie möglich gestaltet, damit, falls mir jemand helfen will, alle Informationen da sind. Vielleicht hat ja jemand Zeit und Lust bzw. auch die Kenntnisse, um mir zu antworten …..

    1. Der Roller:
      Fabrikat: Sym
      Modellbezeichnung: Fiddle 3
      Typ: XA05W
      Baujahr: 2015
      Motor-Baumusterbezeichnung: XS1P37QMA-2
      Fahrzeug-Identifikationsnummer: LXMXAA101E (erste 10 Stellen)
      Emissionsklasse: 3 (lt. Papieren und E3 Sticker am Beinschild)
      Hubraum: 50ccm
      Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h (Moped)
    2. Aktueller Zustand:
      1. Gesamtkilometerstand aktuell in 2025: ca 2500 km
      2. Besitzer: 1 (ich)
      3. Zustand: Komplett unverbastelt und im Originalzustand
      4. Inspektionen beim Händler: bei 300km, 1000km und 1550 km.
        (siehe auch 5. Historie)
      5. Anmerkung zur Emissionsklasse Euro3 beim Sym Fiddle 3 50ccm 2015:
        Euro3 scheint so eine kurzlebige Zwischenvariante zwischen Euro2 und Euro4 gewesen zu sein. Es scheint hier verschiedene Ausführungen mit oder ohne Geschwindigkeitssensor am Tacho bzw. der Fliehkraftkupplung bzw. Varianten mit und ohne SLS-Flatterventil am Auspuff zu geben.

        Meistens findet man im Netz nur Informationen zur Euro2 und dann auch noch zur Euro4-Variante, aber nur wenig zu dieser Euro3-Variante. (Die Euro3-Variante scheint so eine Art Notlösung oder Zwischenvariante gewesen zu sein, um kurzfristig den gesetzlichen Vorgaben entsprechen zu können.
    3. Das Problem:
      1. Der Motor springt kalt und warm gut an. Die Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h wird genau erreicht. Der Anzug aus dem Stand ist einigermaßen gut, und der Geschwindigkeitsabfall an Steigungen ist im zu erwartenden Rahmen. Der Kraftstoffverbrauch beträgt ca 2,6 l/100 km. Soweit so gut. Leider gibt es bei der Gasannahme und auch bei konstanter Gasstellung Probleme. Man hat den Eindruck, dass das Motormanagement, oder irgendein Fehler dazu führt, dass die jeweilige Gasstellung lediglich als unverbindliche Empfehlung betrachtet wird, das geforderte Drehmoment bzw die entsprechende Leistung zur Verfügung zu stellen:
      2. Fährt man Höchstgeschwindigkeit bei konstanter 4/5-Vollgasstellung (80% Vollgas - erstaunlich genug, dass das geht), dann gibt es immer wieder ein Ruckeln, wo der Vortrieb für 1 bis 2 Sekunden eingebremst wird, nur um danach wieder ganz normal weiterzufahren bis zum nächsten intervallartigen Ruck. Der Motorlauf hört sich in den Phasen, wo es nicht ruckelt, gut an. Man hat den Eindruck, dass er eigentlich gerne so weiter schnurren würde, bis irgendwas in der Steuerung oder ein Fehler dazu führt, dass dieses Ruckeln auftritt. Das fühlt sich so an, als würde der Roller vorübergehend keinen Sprit bekommen, oder als ob einer den Roller von hinten kurz festhalten würde: also kurzzeitiger und intervallartiger Schubverlust bzw. Rucken. Ein “Britzel-Geräusch”, wie unter 3.2 beschrieben, tritt hier nicht auf. Nach dem Kaltstart und Losfahren fühlt sich der Motor in der Kaltlaufphase williger an, als wenn er warm ist. (Natürlich gebe ich dann kein Vollgas.)
      3. Fährt man Höchstgeschwindigkeit mit Gasstellung am Anschlag, dann tritt dieses Ruckeln nicht auf und der Roller scheint volle Leistung zu haben und klettert auch relativ flott Steigungen hoch. Dabei gibt es jedoch so ein dauerhaft “brizzelndes” Geräusch, was unter 3.1 nicht passiert.
      4. Nimmt man z.B in einer Kurve das Gas etwas weg, um dann am Kurvenausgang wieder heraus zu beschleunigen, dann passiert, wenn man am Hahn dreht, erstmal gar nichts. Man hört das Ansauggeräusch wegen des geöffneten Gasschiebers/Drosselklappe, aber es gibt keinen Schub. Der kommt dann zwar zeitversetzt, aber dieses Verhalten führt halt zu sonderbar “eckig” gefahrenen Kurven. Es ist halt blöd, wenn man Schub braucht, um die Linie zu halten und es passiert nichts. Man kann sich daran gewöhnen, aber “sauber am Gas hängen” kann man das wohl nicht nennen.
    4. Die Frage(n)
      1. Woher kommt dieses intervallartige Ruckeln?
        Ist das schädlich für den Motor bzw. geht das auf die Haltbarkeit?
        Ist das systembedingt (elektronisches Vergasersystem) normal oder ist das nur falsch eingestellt? Was kann man tun?
      2. Was ist das “britzelnde” Geräusch? Ist das Motorklopfen?
      3. Was könnte die Ursache für diese “Gedenkminute” bei der Gasanahme sein?
        Beschleunigerpumpe? Träges System?” Was kann man tun, um das zu verbessern? (Es soll Leute gegeben haben, die die Magnetventile am Vergaser versuchsweise stillgelegt (verstopft) haben, oder so..
    5. Motorsteuerung
      So wie ich das momentan sehe (Das kann ja auch falsch sein. Ich lasse mich von einem Fachmann gerne eines Besseren belehren. Deshalb poste ich das ja hier.), hat diese Ausführung:
      1. ECU
      2. Impulsgeber an der Zündung (Drehzahl und Stellung vor OT)
      3. KEINEN Geschwindigkeitssensor (weder an der Fliehkraftkupplung noch am Tacho, der hier rein mechanisch mittels Tachowelle funktioniert)
      4. SLS (Flatterventil als “Frischluftpumpe” zur “Verdünnung” der Abgase am Auspuff vor dem Kat) - rein mechanisch ohne Elektronik und Kabel
      5. Lambdasonde (O2-sensor direkt am Auslasskrümmer)
      6. Temperatursensor am Zylinderkopf
      7. Elektrische Kaltstartvorrichtung, Kaltstartventil am Vergaser
      8. Drosselklappen/Gasschieber-Potentiometer (Throttle Position Sensor) am Vergaser
      9. Beschleunigerpumpe am Vergaser
      10. 2 x Magnetventile die mittels PWM (Pulsweitenmodulation) von der ECU parallel (beide an ECU-Pin 8 glaube ich), also gleichzeitig vom gleichen ECU-Ausgang angesteuert werden (Hatte da einen Schaltplan von SYM im Netz gefunden, aber ob ich dem so trauen kann…):
        1. Magnetventil 1 für den Leerlauf und unteren Teillastbereich
          (Soweit ich es verstanden habe, gibt dieses Ventil wohl Zusatzluft auf die Leerlaufdüse, verringert damit den
          Unterdruck und führt damit je nach Stellung dieses Ventils zur Abmagerung des Gemischs an der LEERLAUFDÜSE.)
        2. Magnetventil 2 für Für den Teillast- und Volllastbereich
          (Soweit ich es verstanden habe, gibt dieses Ventil wohl Zusatzluft auf die HAUPTDÜSE, verringert damit den Unterdruck und führt damit je nach Stellung dieses Ventils zur Abmagerung des Gemischs an der HAUPTDÜSE
    1. Historie:
      1. 2016: Kauf als Neufahrzeug mit 0 km
      2. 2016: erste Inspektion bei 300 km (als Wichtigstes: Ventilspiel einstellen und Ölwechsel).
        Problem:
        Hierbei schilderte ich dem Mechaniker, dass ich mit den Fahrleistungen des Rollers nicht zufrieden bin: die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht erreicht wird, der Roller es kaum schafft, so viel Zugkraft zu entwickeln, dass er die Einfahrt aus der Garage hochkommt. Das Ansprechverhalten, wenn man Gas gibt, ist extrem verzögert und bei leichten Steigerungen fällt die Geschwindigkeit schon auf unter 30 km/h ab.
        Ergebnis nach der Inspektion:
        Bei der Abholung sagte der angestellte Mechaniker, dass die Probleme behoben seien und der Roller nun so laufen würde, wie er soll. In der Tat war die Zugkraft minimal besser und auch bei der Endgeschwindigkeit wurden nun fast die erlaubten 45 km pro Stunde knapp (43 km/h) erreicht. Die Gasannahme und das Steigungsverhalten waren zwar minimal verbessert, aber dennoch ziemlich bescheiden, so dass beim Fahren keine echte Freude aufkam. (Ich weiß, was so ein 50 ccm 4T-Motörchen leisten kann und was nicht.)
      3. 2017 zweite Inspektion bei 1000 km (nach Wartungsvorschrift beim Händler)
        Problem
        Auch bei dieser Inspektion schilderte ich noch einmal dem Mechaniker das unbefriedigende Fahrverhalten bezüglich Gasannahme, Zugkraft und Geschwindigkeit.
        Ergebnis:
        wie unter 5.2. Es gab also keine signifikante Verbesserung.
      4. 2016 - 2020: bis auf Kilometerstand 1550km gefahren.
      5. 2020 - 2025: Roller an einem kühlen und trockenen Ort (indirekt beheizte Garage - kein Frost) abgestellt. Wenig Zeit und private Verpflichtungen und auch der Umstand, dass das Rollerfahren, weil er eben nicht richtig lief, keine große Freude bereitete, führten dazu, dass ich den Roller abstellte und auch nicht mehr bewegte.
      6. 2025 habe ich den Roller wieder in Betrieb genommen. Die Reifen hatten etwas Luft verloren und die Batterie war tot. Es gab so gut wie keine Korrosion und auch Gummischläuche, Kabel, Tank und Bremsscheibe usw, sahen alle gut aus. Nach vielen Kickstartversuchen ist der Roller sogar angesprungen und hat den Weg von 12 km bis zum Händler (Inspektion bei Kilometerstand1550) geschafft. Die Höchstgeschwindigkeit bei der Fahrt zum Händler war 37 km/h. An leichten Steigungen fiel die Geschwindigkeit bis auf ca. 30 km/h ab und an einer etwas steileren, aber keineswegs mörderischen, Steigung ging es nur mit etwa 20 km/h voran. Aber immerhin lief das gute Teil noch und ich wollte es jetzt noch einmal probieren
      7. 2025 dann Inspektion bei Kilometerstand 1550 km
        Problem:
        Diesmal sprach ich persönlich mit dem Händler, bei dem ich den Roller gekauft hatte, und nicht mehr mit dem Mechaniker, der in der Zwischenzeit wohl das Unternehmen verlassen hatte. Ich schilderte dem Händler noch einmal das Problem mit dem mangelnden Antritt, dem Nichterreichen der Höchstgeschwindigkeit, der lethargischen Gasannahme und der miesen Leistung bei Steigungen mit massivem Geschwindigkeitsabfall.

    Ergebnis:

    Es wurden Ventile eingestellt, Öl gewechselt und der Vergaser gereinigt. Weiterhin wurden alle Wartungsaufgaben entsprechend dem Wartungsplan abgearbeitet. Es gibt nun eine deutliche Verbesserung beim Antritt und beim Erreichen der Höchstgeschwindigkeit (Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h wird jetzt tatsächlich exakt erreicht). Der Anzug und die Leistung an Steigungen haben sich deutlich verbessert. Steigungen, die ich vorher nur mit höchstens 25 km/h fahren konnte, können jetzt auf einmal mit mindestens 35 km/h bzw. sogar bis 45 km/h bewältigt werden. Selbst extreme Steigungen geht er jetzt noch mit 20 km/h hoch. Der Verbrauch auf 100 km stieg minimal von vorher sehr sparsamen 1,8-2,1 Liter auf jetzt ungefähr 2,6 Liter. Jetzt kommt zum ersten Mal mit diesem Roller so etwas wie Fahrspaß auf (selbstverständlich im legalen Rahmen). Ich habe den Roller seit seiner Wiederinbetriebnahme jetzt ca 1000 km gefahren (aktueller Kilometerstand ca 2500 km)

    Was geblieben ist (siehe Punkt 3. Das Problem):

    1. lethargische Wieder-Vollgasannahme nach vorheriger Wegnahme von Gas
    2. das “brizzelnde Geräusch” bei Vollgas
      (Es klingt so, als würde ein starker Funke überschlagen, oder als wäre der Auspuffkrümmer undicht - aber das ist nicht der Fall, sondern dient nur zur Beschreibung, wie das Geräusch in etwa klingt).
    3. Dieses seltsame Teillastruckeln bei konstanter Gasstellung
  • Moin,

    Schön das Du es so Ausführlich erklärst.

    Allerdings kann ich Dir jetzt schon sagen das niemand sich dieses Pamphlet antut.

    Bitte einfach kurz und knackig :

    Fahrzeugdaten und KURZE Problembeschreibung.

    VG Rossi

  • Hallo Rossi,

    vielen Dank für die Anwort. Es reicht, wenn man Punkt 3. Problem liest. :)
    Habe halt schon oft in Foren gelesen, wie die Leute aneinader vorbeireden oder seltsam karriertes Zeug reden, weil Info fehlt.

    VG Rollibert

  • Hallo Rossi,

    vielen Dank für die Anwort. Es reicht, wenn man Punkt 3. Problem liest. :)
    Habe halt schon oft in Foren gelesen, wie die Leute aneinader vorbeireden oder seltsam karriertes Zeug reden, weil Info fehlt.

    VG Rollibert

    Schon richtig, allerdings haben wir hier 80% ältere Semester am Start bis hin zu den Pro's. Da brennen bei +5 Dioptrin nach 4 Sätzen auf m Handy die Glotzkorken;)

  • Schön dass er jetzt besser läuft! Aber im ernst, da muss doch mehr gehen! Normal laufen die 45er doch mit echten 45 plus 10% also 60 laut Tacho!?


    Zu dem Ruckeln, das kann auch an Falschluft liegen. Also evt. alle Schläuche mal auf Dichtigkeit testen.

    Wenn er zu wenig Sprit bekommt kann man das am Kerzenbild sehen. Wäre dann zu hell.

  • 45 plus 10% also 60 laut Tacho!?

    Seit wann sind 10% von 45 = 15? ...

    Das ist n Euro 3 mit ECU und E-Vergaser. Da ist bei 45km/h die direkt an der Kupplungsglocke abgenommen werden Feierabend.

    Das Ruckeln kommt bei 45 Km/h von der ECU/ Drossel. Da Spielts auch keine Rolle ob da nur Halbgas oder 3/4 ansteht.

  • Hallo und vielen Dank für die Antwort!

    Es ist wohl so, dass beim Fiddle 3 das erste Mal peinlich genau darauf geachtet wurde, dass die Höchstgeschwindigkeit den Vorgaben entspricht. (Das hängt vielleicht auch mit der Euro3-Norm zusammen).

    An der Variomatik ist ein Distanzring mit 3,6 mm Stärke verbaut. Wenn der ausgebaut wird, dann kommt sie angeblich auf knapp 60 km/h. Mit Drosselring - wie eingebaut - sind es allerdings genau echte 45 km/h (ohne Tachovoreilung).

    Wie gesagt, Kraft hat der Motor jetzt, aber die Gasannahme ist halt wie beschrieben komisch. Eine Undichtigkeit gibt es vermutlich nicht. Alles sauber fest gezogen und keine Risse. Lecksuche mit Bremsensreiniger o. k.

    Es könnte natürlich sein, dass wenn man den Drosselring ausbaut, sich das auf die Harmonie der Abstimmung positiv auswirkt. In den asiatischen Ländern fahren die auch ungedrosselt zu ungefähr 60 km/h.

    Im übrigen denke ich auch, dass sie mehr Sprit braucht bzw. stellenweise zu mager läuft - aber halt nur etappenweise bzw. kurzfristig. Die Kerze sieht gut aus. Ich denke, das hängt mit diesem vertrackten elektronischen Vergaser zusammen:

    Wenn der Sauerstoffsensor meint, das Gemisch sei zu fett für den Katalysator, dann regelt er vielleicht über die zwei von der ECU angesteuerte Nebenluftventile nach und das Gemisch magert ab. (Ist nur meine Theorie). Dann stimmen zwar die Euro 3-Grenzwerte, aber die Gasannahme ist unter aller Kanone.

    VG Rollibert

  • An der Kupplungsglocke ist kein Geschwindigkeitssensor und auch nicht am Tacho. Die Motordrehzahl wird natürlich von der ECU begrenzt.

    Wenn man die Motordrehzahl begrenzt und das maximale Übersetzungsverhältnis kennt, dann kommt ja de-facto eine Endgeschwindigkeitsdrosselung zustande.

    Die verbaute Dellorto-ECU erlaubt, einen Sensor an den Pin 6 anzuschließen, der wird bei dieser Ausführung aber anscheinend nicht benutzt.

    VG Rollibert

  • Dieses Thema enthält 11 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registrieren Sie sich oder melden Sie sich an um diese lesen zu können.